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Wasserbehandlung


Heute habe ich mir einmal etwas Zeit genommen, um ein älteres Projekt weiter zu bearbeiten. Ursprünglich war ich sehr skeptisch, wenn die sogenannte elektronische Wasserbehandlung beworben wird. Die Anbieter versprechen wahre Wunder für ihre Geräte, dementsprechend sind die Preise auch extrem. Wenn man im Land der Inder nach dem Thema sucht, zeigt sich keine plausible Erklärung für die Wirksamkeit. Selbst streng wissenschaftliche Untersuchungen ergaben keine konkreten Anhaltspunkte.

Realisierung

Im vorigen Jahr hatte ich eine Schaltung aus einem ELEKTOR - Schaltungsbuch nachgebaut und installiert. Gewirkt hat vermutlich nur der Stromverbrauch am Zähler, denn eine Verbesserung war nicht festzustellen. Das Prinzip wird zwar erklärt, aber offene Leiter an einem metallischen Wasserrohr und Frequenzen im Hertzbereich konnte ich nicht nachvollziehen.

Nächster Versuch


Im Laufe der Zeit habe ich einen kleinen Vorrat an Neodymmagneten angelegt, eigentlich zur verdeckten Befestigung von Teilen.

Auswahl Neodymmagnete

Neodym

Im Vergleich zu einem 20 Cent Geldstück sieht man den Ringmagneten, so ziemlich das heftigste, was ich bisher erlebt habe. Material N 58 und relativ günstig im Preis. Die anderen sind sehr klein, aber trotzdem giftig. Die ersten Tests fanden in einem Wasserglas statt. Zur Messung des Leitwertes hatte ich 2 Edelstahlelektroden in einen Korken gesteckt und dann im Glas versenkt. Mit einem der Ringmagnete am Faden habe ich dann versucht eine Veränderung des Leitwertes zu messen. Dabei musste ich feststellen, das der Magnet an den Elektroden klebte. Der Leitwert hat sich ständig verändert, je nachdem an welcher Elektrode der Magnet hing. An eine vernünftige Werteaufnahme war nicht zu denken. Dann habe ich 4 Magneten von außen ringförmig an das Glas geklebt. Mit dem Aqua - Quick - Test der Fa. eSHa aus dem Hause Bangel nahm ich dann die ersten Messungen vor. Es zeigte sich eine deutliche Veränderung der Gesamthärte an mehreren Messreihen.

Messmittel Wasserproben und Leitwertmessung

Aquatest Aqua1 Glas

1. Feldversuch


Nach diesen Erkenntnissen habe ich einem Kollegen 12 dieser Ringmagnete gegeben. Nachdem diese am Hauswasserfilter in drei Ebenen versetzt angeordnet wurden, zunächst mit Klebeband, ergaben sich ähnliche Veränderungen in der Gesamthärte. Der Nachweis wurde mit einer anderen Methode geführt, als Aquarianer verfügt der Kollege über eine Tinktur zur Bestimmung der Wasserparameter. Damit konnten meine Beobachtungen unabhängig bestätigt werden. Die Wirkung war auch bei einem größeren Volumen als dem Wasserglas nachzuweisen. Die Gesamthärte veränderte sich von 14d auf 6d, also mehr als halbiert. Diese Messungen erfolgten ca. 1 Woche nach der Installation der Magnete. Vorige Woche wurde eine Reihe der Magneten entfernt, es gab keine Veränderungen der Gesamthärte, diese blieb bei 6d. Die Vermutung, die Anzahl der Magnete ist entscheidend bestätigte sich nicht. Wir gehen also davon aus, die Anordnung der Magnete ist grundsätzlich für die Funktion.

2. Feldversuch


Am heutigen Tag raffte ich mich dazu auf, an meinem Wasserfilter die gleiche Anordnung zu installieren. Um 9:00 Uhr wurde die 1. Probe entnommen, danach erfolgte die Reinigung des Wasserfilters, wie geht das Ding auf? Es gab mal eine Beschreibung? Egal, ging doch noch. Erschreckend, was da unten drin war, Rostbraun und mit Flecken, als würde Öl im Wasser sein. Das zum Thema hochgelobte Wasserqualität in Deutschland. Ich hätte die Probe eigentlich aufheben müssen. Jetzt weiß ich auch, warum die Katzen das Wasser in meiner Werkstatt lieber mögen als oben. Das ist noch die letzte alte Leitung in unserem Haus. Danach wurden die 8 Magnete am Filterkörper angeklebt ( Acryl ), wieder in 2 Ringen versetzt zueinander und die jeweils gegenüberliegenden Magneten zogen sich an. ( Wichtig !) Um 9:40 Uhr wurde die entlegenste Entnahmestelle ( Bad ) ausgiebig gespült, ca. 10 Minuten, bis das Wasser deutlich kalt war. Es erfolgte dann die Entnahme der 2. Probe. Dabei war noch keine grundlegende Veränderung zu bemerken, zum Zeitpunkt der Probe gab es aber einen Farbumschlag im Bereich der Gesamthärte. Danach 9:55 Uhr nächster Versuch, nach ausgiebigem Spülen der Kaltwasserleitung erneut getestet. Das Ergebnis war beeindruckend. Auffällig war außerdem der Wasseraustritt aus dem Wasserhahn, morgens noch etwas wild seitlich, jetzt ohne sichtbare Strahlen. Es waren bisher recht deutlich Kalkablagerungen am Auslaufsieb festzustellen.

Ergebnis

Probe

Fazit


Veränderungen lt. der Vergleichstabelle auf der Packung :

Nitrat ( NO3 ) gestiegen auf 10 mg / Liter
Nitrit ( NO2 ) gesunken von 5 auf 0 mg / Liter
Gesamthärte ( GH ) gesunken von 21d auf 7d
Carbonhärte ( CH ) gesunken von 20d auf 6d
pH Wert unverändert

Warum?


Wie schon erwähnt gibt es die unterschiedlichsten Methoden Wasser in seinen Parametern zu beeinflussen. Als Beispiel chemische Wasserenthärtung, Bindung des gelösten Sauerstoffs im Wasser um Korossion zu vermeiden und abschließend Umkehrosmosesysteme, die sehr teuer und aufwändig in der Wartung sind. Die Erklärung für die Wirksamkeit dieser Magnete kann auch ich hier nicht liefern. Aber, rein technisch gesehen ist der Einfluss der Magnetfelder mit dieser Energiedichte durchaus in der Lage, Teilchen im Wasser zu beeinflussen. Der im Wasser vorhandene Sauerstoff, ob in gelöster oder gebundener Form hat paramagnetische Eigenschaften. Da der Wasserfilter nur etwa einen Durchmesser von ca. 80 mm hat, kann man davon ausgehen, die Magnetfelder bilden sich zwischen den gegenüberliegenden Magneten sehr homogen aus. Durch den Aufbau des Filters bedingt, muss das Wasser 2 mal durch das bestehende Feld hindurch. Es ist also durchaus anzunehmen, das Ladungsträger, Ionen und Sauerstoffmoleküle nachhaltig beeinflußt werden, da die Eigenschaften auch nach dem verlassen des Magnetfeldes bestehen bleiben. Bei meinen Recherchen im Netz gab es einige Hinweise darauf, das Wasser eine Art Gedächtnis hat. Das würde die dauerhafte Veränderung zumindest plausibel machen.

Bemerkungen


Es handelt sich hier nur um einen Versuch, den ich einfach aus Interesse gemacht habe. Zudem waren die erforderlichen Materialien vorhanden. Der Aufwand hält sich in Grenzen, also kein finanzielles Wagnis zu erwarten. Negative Auswirkungen kann ich im Moment nicht ausschließen, deshalb muß jeder selbst entscheiden, ob eine Nachahmung sinnvoll ist. Möglicherweise spielt auch die Zusammensetzung des Wasser eine entscheidende Rolle, unser Wasser ist relativ stark Eisenhaltig. Es kann also in anderen Regionen Deutschlands unterschiedliche Ergebnisse geben. Für mich persönlich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden, sollte dieser Zustand so bleiben, könnte die Verschmutzung der Armaturen durch Kalkablagerungen reduziert werden. Wer Interesse an den Magneten hat, einfach Googeln oder direkt bei Ebay nach Neodym suchen. Ich habe die Magnete für 3,30 EURO je 10 Stück erstanden, die Vergoldung ist für den Korossionsschutz sicher hilfreich.

Viel Spass beim Versuch!